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Worauf Sie im Herbst bei Ihrem Pferd achten sollten – so können Sie Ihr Pferd optimal unterstützen

Der Herbst bringt frische Luft, bunte Wälder und gemütliche Ausritte – aber auch besondere Herausforderungen für Ihr Pferd. Gerade in dieser Jahreszeit ist es wichtig, Ihren Vierbeiner gezielt zu unterstützen.

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Braunes Pferd steht auf einer Wiese unter Bäumen mit orangefarbenem Herbstlaub

Der Fellwechsel, schwankende Temperaturen und veränderte Futterbedingungen beanspruchen den gesamten Organismus. Hier erfahren Sie, worauf Sie jetzt achten sollten, damit Ihr Pferd gesund und ausgeglichen bleibt.

1. Fellwechsel – wie Sie Ihr Pferd optimal unterstützen können

Im Herbst beginnt der Fellwechsel, und Ihr Pferd bildet das dichte Winterfell aus. Das kostet viel Energie und belastet den Stoffwechsel. Damit der Körper diese Phase gut meistert, braucht Ihr Pferd gezielte Unterstützung.

So können Sie Ihr Pferd im Fellwechsel unterstützen:

  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen wie Zink, Selen und Biotin – sie fördern Haut, Fell und Stoffwechsel.
  • Regelmäßiges Striegeln regt die Durchblutung an und hilft beim Abwerfen der alten Haare.
  • Reiten Sie Ihr Pferd dosiert – das dicke Fell lässt es schneller schwitzen. Überlegen Sie, Ihr Pferd zu scheren (achten Sie hierbei darauf, wie es seine "Freizeit" verbringt- komplett geschoren draußen stehen ohne Decke ist keine gute Option). Nach dem Training führen Sie es immer gut trocken oder unterstützen es mit einer Abschwitzdecke.

2. Mineralstoffe – kleine Helfer mit großer Wirkung

Während des Fellwechsels ist der Bedarf an Mineralstoffen besonders hoch. Ein Mangel kann sich durch stumpfes Fell, Müdigkeit oder langsamen Haarwechsel zeigen.

Tipp für den Herbst:

  • Setzen Sie auf Mineralfutter, das speziell auf den Fellwechsel abgestimmt ist.
  • Zink stärkt die Hautbarriere, Selen schützt die Zellen, und Kupfer spielt eine wichtige Rolle bei der Pigmentbildung.
  • Natürliche Zusätze wie Bierhefe, Leinsamen oder Kräutermischungen können den Stoffwechsel zusätzlich unterstützen.

So sorgen Sie dafür, dass Ihr Pferd nicht nur schön glänzt, sondern sich auch rundum wohlfühlt. Beachten Sie hierbei bitte immer: weniger ist mehr. Nicht die ganz große Mineralstoffkeule und auch nicht 20 verschiedene Zusatzfutter sind das Zünglein an der Waage.

Wohl dosiert und gut überwacht (Blutbild) ist optimal.

3. Immunsystem unterstützen – fit durch die Übergangszeit

Der Herbst bringt wechselhaftes Wetter – eine echte Herausforderung für das Immunsystem Ihres Pferdes. Ein starkes Immunsystem ist die beste Basis, um Krankheiten vorzubeugen.

So können Sie das Immunsystem Ihres Pferdes unterstützen:

  • Ausreichende und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft halten den Kreislauf in Schwung.
  • Vermeiden Sie Überdecken – so bleibt die natürliche Temperaturregulation erhalten.

Auch hier spielen Mineralstoffe wieder eine zentrale Rolle, denn sie unterstützen viele körpereigene Abwehrprozesse.

4. Hufpflege im Herbst – Basis für Gesundheit und Bewegung

Feuchtes Laub, Matsch und wechselnde Bodenverhältnisse können Hufe stark belasten.
Achten Sie auf:

  • Tägliche Kontrolle und Reinigung der Hufe
  • Pflegeprodukte mit natürlichen Ölen, um Hufe geschmeidig zu halten
  • Eine ausgewogene Mineralstoffversorgung, denn Mineralstoffe wie Zink und Biotin unterstützen das Hornwachstum von innen.

5. Weidemanagement und Fütterung

Herbstgras enthält oft weniger Nährstoffe, dafür aber mehr Zucker – besonders gefährlich für rehegefährdete Pferde.
Tipp:

  • Ergänzen Sie rechtzeitig mit gutem Heu
  • Füge ein Mineralfutter hinzu, um eventuelle Mangelerscheinungen auszugleichen.
  • Achten Sie auf rutschige Böden und sichere Weidezäune

So unterstützen Sie Ihr Pferd optimal bei der Umstellung von Sommer- auf Winterfütterung.

6. Gesundheits-Check vor dem Winter

Der Herbst ist die perfekte Zeit, um Ihr Pferd gründlich durchzuchecken:

  • Zahnarzttermin: für stressfreies Fressen im Winter insbesondere für die älteren Pferde (> 18 Jahre) eine absolute Empfehlung. Hier kann auch eine 2 malige Kontrolle im Jahr hilfreich sein.
  • Kotprobe und/oder Entwurmung
  • Gewichtskontrolle: Geht Ihr Pferd zu dick oder zu dünn in den Winter? Eine objektive Betrachtung des Ernährungszustands Ihres Pferdes kann Ihnen helfen, über den Winter nicht noch mehr Kilos zu gewinnen bzw. zu verlieren.

All diese Punkte unterstützen Ihr Pferd darin, gesund in die kalte Jahreszeit zu starten.

Fazit: So können Sie Ihr Pferd im Herbst gezielt unterstützen

Wenn Sie Ihr Pferd im Fellwechsel mit den richtigen Mineralstoffen versorgen und auf seine individuellen Bedürfnisse achten, steht einem gesunden Start in den Winter nichts im Weg.

Mit etwas Aufmerksamkeit, Pflege und Liebe können Sie Ihr Pferd perfekt unterstützen – und gemeinsam genießen Sie die goldene Jahreszeit in vollen Zügen.

Tierärztin Dr. Anna Wagner vor ihrem Praxiswagen
Ihre Tierärztin

Dr. Anna Wagner

Tierärztin werden und sein. Das war bereits als Kind mein Traum. Studiert habe ich in Budapest und an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die Approbation folgte 2012. 2017 habe ich zur Kolik beim Pferd promoviert und danach sieben Jahre in einer Pferdepraxis gearbeitet, unter anderem in der Pferdezahnmedizin. Seit Oktober 2021 bin ich zertifizierte Chiropraktorin nach der IAVC.

Eine ganzheitliche Betrachtung des Pferdes, bevor Probleme entstehen und sich manifestieren, ist für mich mindestens genauso wichtig, wie die richtige Therapie im Krankheitsfall des Pferdes.

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